Soziales Design –

Mit Kindern leben und arbeiten

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„Überraschen Sie uns“, sagte Prof. Sebastian Feucht bei der Auftaktveranstaltung zum Sächsischen Staatspreis für Design 2016. Legen wir los. Wir haben kein energieautarkes Flüchtlingszelt entworfen, wie die Macher dieses Preises das vielleicht erwartet hätten. Wir haben ein Lebensmodell entworfen, das ebenso nachhaltig wie sozial ist. Besonders für eine Kommunikationsagentur.
Und das Beste ist: Wir haben es nicht nur entworfen, wir leben es auch. Und tragen damit ein bisschen dazu bei, das Menschenglück zu mehren. Und zwar sehr nachhaltig.

Wir sind eine Kommunikationsagentur. Machen Werbung, Design und Adaptionen internationaler Werbekampagnen. Eigentlich ein Feld, in dem es als normal gilt, abends um elf zu Höchstform aufzulaufen oder um 20 Uhr mit Kunden zum Arbeitsessen zu gehen. Nur: Wir sind ein Team aus acht jungen Frauen. Und als solche haben wir den Wunsch, Kinder zu bekommen. Sie aufwachsen zu sehen, sie zu lieben und zu begleiten.

Eigentlich unvereinbar mit einem solchen Job.

In unserem Lebensentwurf geht das sehr wohl. Denn wir haben eine Chefin, die selbst vier kleine Kinder hat. Und die überzeugt ist, dass sie die Freiheiten, die sie sich selbst herausnimmt, auch ihren Mitarbeitern zugestehen möchte. Zum Beispiel um drei nach Hause zu gehen. In den Schulferien für die Kinder da zu sein. Keine vierzig Stunden die Woche zu arbeiten.

Wenn nur ein Teil der Belegschaft kleine Kinder hat, lässt sich das alles organisieren. Bei uns jedoch dominieren Kinder das Geschäft. Wir sind acht junge Frauen mit insgesamt elf kleinen Kindern. Es werden mit Sicherheit noch mehr. Wir waren die letzten vier Jahre ununterbrochen schwanger, teilweise drei (von damals sechs!) Mitarbeiterinnen gleichzeitig. Keine von uns arbeitet Vollzeit.

Nach halb vier erreicht man in unserem Büro niemanden mehr. Und trotzdem sind wir eine erfolgreiche Agentur, mit Kunden in London, Paris und Frankfurt, Aufträgen aus dem Silicon Valley. Weil alle, die hier arbeiten, gerne hier sind. Weil Muttis überaus effektiv arbeiten – denn sie wollen schnell nach Hause. Zu den Kindern. Und sie wollen trotzdem gute Arbeit machen. Weil sie ihnen Spaß macht. Und weil sie einfach gut sind.

Ein Potenzial, das unsere Gesellschaft sehr bereichern kann. Und zwar auf überaus nachhaltige Weise. In Zeiten des Fachkräftemangels ist die Bindung hervorragender Mitarbeiter ein wertvolles Gut für jedes Unternehmen. Kinder sind die Zukunft. Und Kinder, die erleben, dass Mama gerne arbeitet und trotzdem Zeit für die Familie hat, lernen etwas sehr Wertvolles fürs Leben. Etwas, das unsere Gesellschaft auch in vielen Jahren noch bereichern wird. Das verstehen wir unter sozialer Nachhaltigkeit.

Einfach ist das nicht, zumindest nicht immer. Ökonomie stand bei uns nie im Vordergrund. Zeitweise geriet unsere Firma ziemlich ins Wanken. Wir zweifelten an uns, haderten, wie weit wir gehen können, diskutierten, was man als Agentur alles bieten muss. Und was vielleicht nicht. Danken möchten wir unseren Kunden, die uns die Treue halten, auch wenn wir ab halb vier nicht mehr erreichbar sind und nicht zu  Abend-Meetings kommen. Die Kindergebrabbel am Telefon gewöhnt sind. Und die immer wieder gerne zu uns kommen.

Mit unserem Lebens- und Arbeitsentwurf stehen wir durchaus in der Tradition der Reformkunst, die einen Einklang von Leben und Arbeit, von Mensch und Kunst anstrebte. Mehrung des Menschenglücks, ausgerichtet auf Nachhaltigkeit – das ist unser Beitrag, wie sozial Designarbeit sein kann. Soziales Design.